Die Entdeckung der Nubier

Ich berufe mich auf die Erkenntnisse von Jolchadim Serpatopolus, dem es vor über 40 Jahren gelang weit in die Wüste vorzudringen und erstanliche Funde zu machen. Er führte eine Expedition von 63 Männern in die Wüste hinein und konnte mit 13 Überlebenden und einigen wenigen Kostbarkeiten wieder fliehen. Die Schätze, die er im unbekannten Land barg sind Schmuckstücke und kleinere Objekte, die einem seltsamen Kult zu dienen scheinen. Die beste Quelle ist sein Tagebuch, in dem er sehr genau beschreibt, was er während seiner Expedition gefunden hatte.

13. Januar
Wir haben einen Weg gefunden unsere Wassersäcke zu schützen. Sie haben jetzt alle eine dicke Talgschicht und trocknen nicht mehr so schnell aus. Dafür schmeckt das warme Wasser jetzt wie ranziger Fisch. Ein Mann ist wahnsinnig geworden. Wir wissen nicht, ob es am Wasser oder an der Hitze lag. Er hat einem Kamel in den Höcker geschnitten und wollte das Blut trinken. Das Tier starb an den Verletzungen und wir mussten ihn gefesselt zurück lassen. Er kann nur kleine Schritte machen und uns nicht folgen. Wahrscheinlich schafft er den Weg zurück nicht. Aber in unserer Situation können wir darauf keine Rücksicht nehmen.

16. Januar
Zwei Männer sind verschwunden. Wir haben Spuren gefunden von breiten Füßen. Die genaue Form war im Sand nicht zu erkennen, aber was immer dort war, ist auf zwei Beinen gelaufen und hat sehr große Schritte gemacht. Die Spur führte auf einen Felsen, aber von dort konnten wir sie nicht weiter verfolgen. Wir werden ab jetzt nachts Wachen um unser Lager platzieren. Vielleicht nähern wir uns den „Geistern“, von denen man uns erzählt hat.

18. Januar
Wir haben die Spur wieder gefunden. Es müssen vier Wesen sein und sie scheinen sehr schnell zu laufen. Einige Männer haben die Geschichten der Sarikarden zu ernst genommen. sie wollten mit sechs Kamelen umkehren und wir mussten sie zwingen zu bleiben. Wenn wir nicht bald etwas finden, kommt es womöglich zur Meuterei.

20. Januar
Wir haben zwei Tage damit zugebracht eine Spur zu verfolgen, für die die Kreaturen nur wenige Stunden gebraucht haben können. Das Gelände wird immer felsiger. Der rote Sandstein ist glühend heiß und jede Felsfläche lässt uns lange suchen, bis wir die Spuren wieder finden. Einer der Männer sagte, er hätte ein Gebäude am Horizont gesehen. Ich werde der Sache nach gehen, aber wahrscheinlich ist es nichts. Bei der Hitze und dem Quälenden Durst kann man es ihm nicht verdenken, wenn er eine Zivilisation sehen will.

21. Januar
Wir haben eine unglaubliche Entdeckung gemacht. Die Spur hat uns tatsächlich zu einem Gebäude gebracht. Es scheint ein Tempel zu sein, vollständig aus Sandstein erbaut mit dicken runden Säulen. Das Gebäude ist rechteckig, ca 20 Schritt lang und 12 Schritt breit. Das Dach ist vollständig aus Stein und wird von einer doppelten Säulenreihe getragen. In der Mitte befindet sich ein Loch in der Decke, unter dem wir auf einem steinernen Altar zwei Mumien gefunden haben. Augen, Gehirn und Innereien wurden den Männern entfernt und die Mumifizierung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Wir haben keine Möglichkeit heraus zu finden, ob es sich bei den vertrockneten Leichen um unsere verschwundenen Kameraden handelt, die Gesichtshaut ist glatt über den Knochen gezogen und die Mumien sind mit fremdartigen geschwungenen Zeichen bemalt. Solche Zeichen finden sich auch in eingemeißelter Form in den Säulen. Es könnte eine Schrift sein. Ich habe Zeichnungen des Gebäudes und der Inschriften gemacht. Von dem Tempel aus ging eine ca. 30 Schritt breite verwerfung des Sandes in östlicher Richtung, als ob die Wüste dort umgegraben worden sei. Ich kann mir das Phänomen nicht erklären und würde gerne weiter forschen, aber weder die Moral noch der Stand unserer Vorräte lassen eine weitere Untersuchung zu.

22. Januar
Ein wütender Kameltreiber hat mit einem Stock gegen den Altar geschlagen und eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Der Tisch enthielt drei geheime Fächer, die durch Steinplatten verschlossen waren. Eine kleine Statuette und mehrere kleine Schmuckstücke konnte ich mitnehmen und einige Blätter beschrieben mit der eigenartigen Schrift. In einem anderen Fach fanden wir primitive Eisenwerkzeuge, eine Zange, ein verdrehter Haken und ein hakenförmiges Messer. Außerdem einen kleinen Topf mit einer schwarzen Flüssigkeit und eine lange weiße Feder. Bei letzterem scheint es sich um Schreibwerkzeug zu handeln. Kurios war die dritte Kammer, die ein 2 Schritt langes metallenes Gerät enthielt, das entfernt an eine Hiebwaffe erinnerte. Ich halte es jedoch für unwahrscheinlich, dass es sich um eine Waffe handelt, dafür wäre die Form zu schlecht zu führen. Wir können leider nicht mehr länger bleiben. Unbarmherzige Wüste, was verbirgst du mir?

Die Rückreise des Forschers gestaltete sich äußerst schwierig, jedoch gelang es ihm die seltenen Kostbarkeiten nahezu unversehrt zurück zu bringen. Serpatopolus begann eine weitere Recherche in den Archiven, die er jedoch nicht zu Ende bringen konnte, da er innerhalb eines halben Jahres an einer Form der Schwindsucht dahinschied.

Erst zwei Jahre später wurde von Marnus Pelkithim auf seine Entdeckungen bezug genommen, in seiner Übersichtserforschung der südlichen Wüstenvölker. Er entdeckte erstaunliche Ähnlichkeit zwischen mehreren sarikardischen Tempelbauten dem von Serpatopolus entdeckten Wüstentempel. Die Tempel glichen sich neben dem Grundriss darin, dass die Säulen in östlicher und in westlicher Richtung stets mit dem gleichen Text beschriftet waren. Er nahm an, dass die fremde Schrift auf dem Wüstentempel den gleichen Text enthielt und ließ seinen Schüler Ilvar Nackthorli auf die Bedeutung der Schrift zurückschließen. Nackthorli arbeitete drei Jahre an dem Projekte und schloss auf eine Schrift, die Zeitformen durch die Form der Buchstaben darstellt und eine Sprache ähnlich dem Sarikardischen. Nubische Sprache und Schrift

Nackthorlis Forschungen ermöglichten eine Entschlüsselung der von Serpatopolus überlieferten Telpelinschriften, die die Vermutung nahe legten, dass es sich bei den Anubisdienern in der unterdrückten sarikardischen Urreligion um eine real existierende Kultur handeln musste.

Die Schrift der Nubier

Nackthorli lößte damit nicht nur eine Welle der Begeisterung in der wissneschaftlichen Welt der reiches aus, sondern setzte auch politische Kräfte damit in Bewegung. Das wachsende Interesse am unbekannten Gebiet lößte eine Welle von Expeditionejn in die Region aus im Zuge derer auch größere Truppenverbände in Sarikardisches Gebiet verlegt wurden.

Die nubische Sprache gehört zur Familie der Ogirschen Sprachen was nahelegt, dass es in früher Zeit der nubischen Kultur einen intensiven Austausch zwischen den Kulturen gab. Nubisch verwendet jedoch eine völlig andere Aussprache. So gibt es beispielsweise kein o, es gibt jedoch ein kehliges a, das sich ähnlich anhört (aufgrund der Schnauzenform können Nubier kein o Aussprechen).

Die nubische Schrift ist eine geschwungene Silbenschrift, bei der Längen oberhalb und unterhalb der Buchstaben dazu verwendet werden die Zeitform wiederzugeben.

 
 
 
     
 
welten/honk/historie/entdeckung_der_nubier.txt · Zuletzt geändert: 27.11.2016 00:24 (Externe Bearbeitung)