Delrin Viland II

Erinnerungen

Es ist lange her. Die Erinnerungen verblassen. Waren es Tage? Wochen? Monate? Vielleicht sogar Jahre? Zeit ist hier nichts Wert. Ich erinnere mich nicht an diesen Tag. Den Tag meiner Inhaftierung. Mir kommt es vor, als hätte man mich meiner Erinnerungen beraubt. Jeden Tag in dieser Hölle entferne ich mich von dem, was ich mal war. Wer war ich eigentlich? Wer bin ich eigentlich? Die Erinnerungen verblassen…

Es war ein Haus mit einer sehr hohen Decke. Weiße, unglaublich hohe Wände. Hände und Füße in Ketten. Neben mir, Felghorn, ein alter Freund aus Hergosfaern. Traurig, wie er da dasteht, gebrochen, zu Boden blickend. Was tun wir hier? Weiße Federn, weißes Gewandt. Sie schauen auf uns herab, von ihrem Podest. Sie zeigen mit dem Finger auf uns. Kein Wort kann ich entziffern. Es kommt mir vor wie ein Traum. Alles hell und unklar. Das Licht tritt durch die unerträglich hohen Fenster in den Raum. So hell, dass es durch meine Augenlider dringt. Was geschah hier? Ich kann es nicht sagen. Die Erinnerung verschwindet in weißem Licht…

Angenehmes, gelb rotes Licht, flackernd. Als würden Kerzen einen kupferfarbenen Raum beleuchten. Schützend und behutsam wirkt die tief hängende Decke. Es ist warm, fast schon heiß. Ich sitze an einem Tisch, vertraute Gesichter um mich herum, angespannt. Dieses Symbol, ich kenne es. Erst jetzt merke ich es, dieses Geräusch. Es war schon da bevor ich kam. Dieses – vertraute Geräusch. Wie Musik klingt dieser angenehm gleichmäßige Takt. Die eiserne Bruderschaft! Das Symbol, ich erinnere mich…

Viele junge Augen starren mich an. Einige aufmerksam, einige gelangweilt. Diszipliniert. In Reih und Glied. Ich rede, sie hören zu. Ich frage, sie antworten. Alles kommt mir fremd vor. Schemenhaft nur habe ich den Raum vor mir. Ist er hoch oder tief? Hell oder dunkel? Ist es warm oder kalt? Es scheint, dass das nicht wichtig ist. Es scheint, als wäre ich mit den Gedanken wo anders…

Diese Erinnerung ist sehr alt. Ich bin noch sehr jung. Aufmerksam, neugierig. In meinen Händen ein Blasebalg. Ich schüre das Feuer einer Esse. Am Amboss steht Jemand. Er wirft mir einen liebevollen, vertrauten Blick zu. Ist das mein Vater?…

Lebenslauf

Kindheit & Jugend

Delrin Viland II wuchs seit seinem achten Lebensjahr ohne Mutter auf. Sie starb gemeinsam mit seinem Großvater bei einem Brand im Elternhaus. Fortan wurde er von seinem Vater alleine aufgezogen. Er erlernte in dieser Zeit das Handwerk seine Vaters, das Schmieden. Viele Jahre vergingen, in denen Delrin das Geschäft seines Vaters weitgehend übernahm.

Ausbildung

Mit 33 Jahren wird Delrin eingezogen und leistet seinen Dienst zur Waffe als Gardist bei der Stadtwache ab. Anschließend beginnt er eine Offiziersausbildung, die er aber nach drei Jahren wieder abbricht. Gute Beziehungen zu seinen Vorgesetzten ermöglichen ihm aber eine Ausbildung an der Militärakademie, an der er in den folgenden Jahren seine Ingenieurausbildung macht. Während dieser Zeit tritt er der Geheimgesellschaft der eisernen Bruderschaft bei.

Politische Karriere

Mit etwa 80 Jahren zeigte Delrin Interesse an den politischen Entwicklungen der Stadt. Er sah sich immer öfter die Ratsversammlungen an und entwickelte allmählich eigene Ideen. Senator Felghorn, ein langjähriger Freund von Delrin ermöglichte es ihm, seine Ideen bei den Ratsversammlungen einzubringen. Ursprünglich gab der Senator die Ideen für seine aus, doch man bemerkte den Schwindel. Beide mussten sich vor dem Rat verantworten. Während Senator Felghorn sträflich ermahnt wurde, hat man Delrin aufgrund seiner guten Ideen in das Amt des Senators gehoben.

 
 
 
     
 
welten/epic/historie/delrin.txt · Zuletzt geändert: 27.11.2016 00:24 (Externe Bearbeitung)