Bogenbau

Einleitung

Das Talent Bogenbau umfasst alle Arbeiten, mit denen man Bögen (auch Holzbögen einiger Armbrüste) , Pfeile, Wurfspeere und Speerschleudergeschosse herstellt.
Das Handwerk selbst ist über 6000 Jahre alt. In manchen (vor allem südlichen Länder) ist dieses Handwerk sehr fortgeschritten und perfektioniert. Um diese (Komposit-)Bögen herzustellen muss man diese Kunst von einem Meister erlernt haben.
In feuchten und/oder nördlichen Regionen haben sich Menschen auf Selfbögen beschränkt, da durch die Feuchtigkeit der Leim aufweicht.

Bogenmerkmale

  • Bogenart
  • Gewicht
  • Länge
  • Mindeststärke
  • Wirkungsgrad
  • Genauigkeit
  • Handling
  • Besonderheiten
  • Pfeilartfaktor (schwere Kriegspfeile 1,5 - Fastflightpfeile 0,5)

Daraus ergeben sich folgende Werte:

Wucht = Mindeststärke * Wirkungsgrad * Pfeilfaktor
Beispiel: 10 * 0,5 * 1 = 5 (schwacher Primitivbogen mit Jagdpfeilen)
Beispiel 2: 15 * 0,6 * 1,5 = 13,5 = 14 (starker langbogen mit schweren Kriegspfeilen)

Effektive Reichweite = Mindeststärke * Wirkungsgrad / Pfeilartfaktor * 10
Beispiel: 10 * 0,5 / 1 * 10 = 50m (schwacher Primitivbogen mit Jagdpfeilen)
Beispiel 2: 15 * 0,6 / 1,5 * 10 = 60m (starker langbogen mit schweren Kriegspfeilen)

Bogenarten

  • Holzbogen (Bogen aus EINEM Stück Holz)
    • Langbögen (ab 1,5m Länge)
      • Rundbogen
      • D-Bogen
      • Flachbogen
    • Kurzbogen (selten, Kinderbogen)
      • Rundbogen
      • Flachbogen
  • Kompositbögen (Bögen aus mehreren verleimten Werkstoffen. Anfällig gegen Feuchtigkeit)
    • Langbogen (ab 1,5m Länge)
      • D-Bogen
      • Flachbogen
    • Kurzbogen (auch Reflex- oder Reiterbogen genannt)

Pfeile

PfeilartPfeilartfaktorBeschreibung
Schwerer Kriegspfeil1,5Schwerer Pfeil mit großer Pfeilspitze um viel Schaden anzurichten
Jagdpfeil 1 Gewöhnlicher Pfeil für Jagd auf Rot- und Schwarzwild
Kettenbrecherpfeil 0,8leichter Pfeil mit dünner Spitze, um Rüstungen zu durchschlagen
Fastflightpfeil 0,5sehr leichter Pfeil. Wird für Sport- und Kommunikationszwecke benutzt


Herstellung

Beschaffung von Bogenholz

Zunächst ist es ganz wichtig und schwierig geignetes Bogenholz zu finden. Natürlich ist es Möglich beim Bogenbauer seines Vertrauens Bogenholz zu kaufen. Meist gibt es aber nur Bogenholz aus der umliegenden Region. Der Preist liegt meist zwischen 5 und 10 Veru für einen Bogenrohling. Wenn man keinen Bogenbauer in der Nähe hat muss man sich das benötigte Bogenholz selbst (im Wald) beschaffen. Für Bogenbau eignen sich (theoretisch) alle Weichhölzer, einen möglichst geraden, astfreien, nicht verdrehten und ausreichend aber nicht zu dicken Stamm haben. Erfahrungsgemäß haben sich nur wenige Baumarten als geeignet dafür herausgestellt, die oben stehenden Eigenschaften erfüllen. Beispiel: Esche, Eibe, Ulme, Hickory, Osage, Bergahorn, usw.. Anhand folgender Matrix bestimmt man die Erfolgschance für das finden eines richtigen Bogenholzes. Bei optimalen Bedingungen:

Gemäßigte Klimazone, Durchschnittliche Luftfeuchtigkeit 30%-60%, Höhenlage 0-1000m, Pflanzdichte 100 - 500 BpH, Winter

6 Erfolge gegen die 6 auf Bogenbau oder 8 auf Schreinern/Zimmern

Die Erfolgsschwelle wird durch folgende Variablen verändert

KlimazoneKorrektur der Erfolge
Tropen +2
Subtropen+1
Gemäßigte 0
Subpolare+1
Polare +2
Durchschnittliche LuftfeuchtigkeitKorrektur der Erfolge
0-30% +2
30% - 60% 0
60% - 90% +1
über 90% +3
HöhenlageKorrektur der Erfolge
unter 0 +2
0 - 1000m0
1000m-2000m+1
2000m-3000m+2
über 3000m +3
PflanzdichteKorrektur der Erfolge
0 - 10 BpH +3
10 - 100 BpH (Hain)+1
100 - 500 BpH (Forst)0
500 - 1000 BpH (Wald)+1
über 1000 BpH (Dschungel)+3
JahreszeitKorrektur der Erfolge
Winter 0
Frühjahr +3
Sommer +2
Herbst +1

Bau eines Bogens

Je nach Bauweise ist die Schwierigkeit einen Bogen herzustellen sehr unterschiedlich. Für alle Bögen ausser dem Primitivbogen braucht man entweder eine Einweisung durch einen Lehrmeister oder einen Bauplan (Blaupause bzw. Anleitung). Diese können einfach und sehr verbreitet sein (z.B. die Anleitung eines flachen Holzlangbogens findet man bei allen Naturvölkern, wenn man nett fragt) oder sehr selten und teuer (wie dem eines Kompositkurzbogens der Janischare).

Der Standartbogen, den man auch fast überall bekommt (vorausgesetzt in der Region gibt es geeignetes Bogenholz) ist ein flacher Langbogen. Bei optimalen Bedingungen ist die Schwierigkeit 10 Erfolge gegen die 6 auf Bogenbau. Die Schwierigkeit kann variiren durch:

Qualität des BogenholzesKorrektur der Erfolgsschwelle
hervorragend -2
sehr gut -1
gut 0
ausreichend +2
mangelhaft +3

Eine gut sortierte (Holzbearbeitung-)Werkstatt erleichtert die Herstellung eines Bogens um 1.

Benötigte Werkzeuge: Hobelbank, Hobel, Ziehhobel, versch. Raspeln, Zieheisen, Ziehklinge, Tillerbrett, Messer, versch. Harze, Öle, Leime

Man kann aber auch mit einfacheren Mitteln einfache Bögen (z.B.Primitivbogen) und einfache Pfeile herzustellen.

Benötigte Werkzeuge (improvisiert) : Messer, Zieklinge (Rückseite des Messers reicht, wenn entprechend geschärft), Kleber (Birkenharz), Feuerstelle.

Benötigtes Material wird jeweils bei den Bögen angegeben.

Jonny 2010/04/07 11:21: Wie wird die Schwierigkeit/Erfolgsschwelle modifiziert, wenn das Werkzeug improvisiert wird?

Bau der Pfeile

folgt.

Modifikationen

  • Recurves (Reflex-gebogene Enden der Wurfarme) erhöhen den Wirkungsgrad um 0,1
    • Erfordern einen Topf, Feuerstelle, Klemmvorrichtung und 2 zusätzliche Erfolge auf Bogenbau gegen 5. Dauer 0,5 Stunden + Abkühlen (eine Nacht) + Nachschleifen
    • Können bei allen Selfbögen nachträglich angebracht werden
  • Backing (auf den Bogenrücken aufgeleimtes Furnier aus zugfestem Holz) erhöht den Wirkungsgrad um 0,2 und Mindeststärke um 2
    • Erfordert eine Werkbank, Zwingen (oder viele Keilchen mit ein Paar Metern Schnur), guten Leim, Furnier und 3 zusätzliche Erfolge auf Bogenbau oder Schreinern gegen 7. Dauer 2 Stunden + über Nacht trocknen + nachtillern
    • Nur möglich bei der Herstellung eines NEUEN Flach-, oder D-Bogens
    • Kann nicht mit Sehnenbacking kombiniert werden
    • Recurves können mit 1 zusätzlichem Erfolg auf Bogenbau gegen 5 angebracht werden. Können nicht nachträglich nach einem Backing angefertigt werden
  • Sehnenbacking (aufgeleimte Verstärkung aus Tiersehnen am Bogenrücken) erhöht den Wirkungsgrad um 0,2 und Mindeststärke um 2
    • Erfordert Tiersehnen, Leim (Knochenleim, Hautleim), Feuerstelle und 2 zusätzliche Erfolge auf Bogenbau gegen 6. Dauer 2 Stunden
    • Nicht möglich bei Rundbögen und Bögen mit D-Form
    • Kann auch nachträglich gemacht werden
  • Schlangenhautbacking (der Bogen wird so weit wie möglich mit einer oder mehreren Schlangenhäuten beklebt) erhöht den Stylefaktor um 5 und macht den Bogen weniger anfällig gegen Feuchtigkeit. Mann kann auch abgeworfene Schlangenhäute nehmen, wenn sie noch nicht ausgetrocknet sind
    • Erfordert eine oder mehrere Schlangenhäute, Leim (Haut oder Knochenleim) und erfordert 3 Erfolge gegen 6 auf Ledern –> Formen. Dauer 4 Stunden + Trockung über Nacht
    • Kann nachträglich und bei allen Bögen gemacht werden
  • Schussfenster (Aussparrung in der Mitte des Bogens) erhöht die Präzision um 1
    • Erfordert Raspeln, Feilen (Notfalls Schnitzmesser) und 3 zusätzliche Erfolge auf Bogenbau gegen 6. Dauer 2 Stunden
    • Kann nur bei der Herstellung eines NEUEN Bogens gemacht werden
  • Griffanpassung erhöht das Handling eines Bogens um 1
    • Erfordert Raspeln, Feilen (Notfalls Schnitzmesser) und 3 zusätzliche Erfolge auf Bogenbau gegen 6. Dauer 2 Stunden
    • Kann nur bei der Herstellung eines NEUEN Bogens gemacht werden
    • Nicht möglich bei Rundbögen und Bögen mit D-Form
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talentwald/bogenbau.txt · Zuletzt geändert: 27.11.2016 00:24 (Externe Bearbeitung)