Grundsatzüberlegungen zu Rollenspiel - Regelsystemen

Der Klaus hat mich inspiriert, mal etwas grundlegender über Rollenspielsysteme nachzudenken. Meine Ergebnisse will ich hier dokumentieren.

Die 5 Grundaspekte eines guten Rollenspiel - Regelsystems

Grundaspekte sind abstrakte Grundanforderungen an ein Rollenspiel - Regelsystem, welche bei der Regelentwicklung zu berücksichtigen sind. Sie beziehen sich immer auf ein Setting oder Welt unabhängiges System und auch ausschließlich auf die Regeln.

1. Aspekt der Plausibilität

Alle Regeln sollen unter der Prämisse erstellt werden plausibel zu sein und sich zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzufügen.

2. Aspekt der Charaktererschaffung

Ein System zum Abbilden von Charaktereigenschaften, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen.

3. Aspekt der Charakterentwicklung

Ein System zum Abbilden von Fortschritt und Spezialisierung eines Charakters.

4. Aspekt des Charakterhandelns

Ein System zum Abbilden von Erfolg oder Misserfolg beim Ausüben von Operationen, Handlungen oder Tätigkeiten 1)

5. Aspekt des internen Spiels

Ein System zum Abbilden eines internen Spieles oder Kampfes, mit dem Ziel eine spannende, aber faire Situation zu erzeugen.

Abgeleitete Erkenntnisse

1. Aspekt der Plausibilität

Ist eine Regel, die reale Zusammenhänge nur sehr vereinfacht darstellt unrealistisch? Ich denke hier ist Plausibilität das wichtigere Kriterium für eine Regel, Realismus ist eine Frage der Auflösung. Ziel ist es Regeln zu bauen, die einem logisch nachvollziehbaren Zusammenhang folgen 2). Regeln die so komplex sind, dass sie durch das lesen und verstehen des Regelwerkes alleine nicht plausibel wirken, sollten vermieden werden.

2. Aspekt der Charaktererschaffung

Ein Regelsystem sollte die Eigenschaften eines Charakters hinreichend abbilden. Dabei sollten körperliche und geistige Eigenschaften unterschieden werden. Dabei ist eine Abbildung der Persönlichkeit nur sekundär, weil das meiner Meinung nach unter die Freiheit des Ausspielens fällt. Erstrebenswert ist dabei eine Aufteilung an Grundeigenschaften und spezielle Fähigkeiten die im Zusammenhang stehen. 3)

3. Aspekt der Charakterentwicklung

Die meisten Rollenspieler mögen das Gefühl voran zu kommen, an ihren Aufgaben zu wachsen. Deshalb sollte das Regelsystem dem Spieler ermöglichen seinen Charakter zu verbessern. Außerdem sollte es die Möglichkeit zu bieten ihn auch in eine bestimmte Richtung zu spezialisieren. 4)

4. Aspekt des Charakterhandelns

In jedem Rollenspiel bekommt der Charakter Aufgaben gestellt. Seien es komplexe Aufgaben wie Rätsel oder Kämpfe, oder einfache Aufgaben wie das ausführen von Handlungen. Jede Handlung ist Abhängig von den Eigenschaften eines Charakters und erleichtert oder erschwert diese. Das Regelsystem soll die Verbindung zwischen Eigenschaften und ausgeübten Handlungen, unter Berücksichtigung von Zufallselementen, herstellen.

5. Aspekt des internen Spiels

Eine Situation ist nur dann Spannend, wenn der Ausgang nicht von vornherein fest steht. Eine Spannende Situation kann durch ein interes Spiel oder einen internen Kampf erzeugt werden. Die Grundregeln sollten ausführlich genug sein, dass dieses Spiel ohne Sonderregeln geführt werden kann. Ein solches Spiel soll die Eigenschaften des Charakters berücksichtigen, die Realität nicht zu abstrakt vereinfachen 5), taktische Tiefe bieten 6), fair sein 7) und trotzdem einfach und schnell genug sein um nicht wieder an Spannung zu verlieren 8).

2) Je mehr Stärke, desto fester der Hieb
3) Eine Möglichkeit wäre z.B. Attribute und Fertigkeiten
4) In klassischen Regelsystemen sind dafür Klassen vorgesehen, es gibt aber auch andere Konzepte
5) Siehe Schach oder Dame
6) Komplexität derer ist subjektiv
7) ausgeglichen, gebalanced
8) Auch sehr subjektiv
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scitans/johanns_ueberlegungen.txt · Zuletzt geändert: 27.11.2016 00:24 (Externe Bearbeitung)