KIGE bei Lernvorgängen

:!:Bei diesem Artikel geht es nicht um Rollenspiel.:!:

Die Konzepte von KIGE können in leicht umgedeuteter Form auch zur Strukturierung von Lernvorgängen verwendet werden. Dies liegt daran, dass Lernen sich evolutionär als die Fähigkeit entwickelt hat aus zeitlich strukturierten Vorgängen Rückschlüsse auf die Verbesserung des eigenen Verhaltens ableiten zu können. Wichtig war dabei stets, dass nicht nur unmittelbar selbst erlebtes sondern auch die Erlebnisse anderer in dieser verbessernden Weise interpretiert werden können. Handlung wird als Spannend empfunden und diese Spannung genossen, weil das Unterbewusstsein sie als relevant und nützlich einstuft. Hat die Handlung eine gute dramaturgische Struktur, wird der mit dem Lernen verbundene Belohnungsprozess im Gehirn dichter und intensiver ausgelöst. Aufgrund des Belohnungsprozesses wird also eine Geschichte als interessant empfunden, aber umgekehrt ist eine besonders interessante Geschichte auch eine Geschichte, die einen großen Lernerfolg auslöst (Synapsen bilden sich besonders bei intesnsiven Erfahrungen). KIGE ist ein Ratgeber um Geschichten spannend und auf den Zuhörer zugeschnitten zu erzählen.

Rollenverteilung

Dem Lehrer kommt bei der Anwendung von KIGE die Rolle des Spielleiters zu. Er ist dafür verantwortlich, dass der Lernstoff (das Handlungsziel der Geschichte) bei seinen Schülern besonders interessant erscheint. Die Schüler sind die Helden der Geschichte (eine Unterscheidung zwischen Spieler und Charakter ist nicht nötig). Die Schüler können bei KIGE interagieren, also in den Verlauf des Unterrichts eingreifen und der Lehrer ist in der Lage seine Unterrichtsplanung während des Unterrichtens an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen.

Lernphasen

Beim Lernen ergeben sich Phasen der Aktivität und der Passivität bei den Schülern. Der Lehrer sollte die aktuelle Phase intensivieren und bei wachsender Dauer einer Phase zunehmend anreize zum Phasenwechsel schaffen.

Eine Passivitätsphase ist geprägt durch Informationsvermittlung (nicht-interaktiv) durch den Lehrer, eingeteilt in kleine Abschnitte (je ein Abschnitt ein Thriller-Dramaturgicon), bei denen der Lehrer Aufgaben stellt und beim Versagen an der Aufgabenstellung negative Konsequenzen für den Schüler in Aussicht stellt. Die Konsequenzen (entsprechen den Gefahren im Thriller) können von zusätzlichen Aufgaben, über öffentliche Bloßstellung bis zur angedrohten Nicht-Versetzung reichen. Gewünscht ist, dass der Schüler in eine aktive Phase über geht, wobei die Anwendung des vermittelten Wissen die Voraussetzung dafür darstellt. Solche Chancen sind Übungsaufgaben, die mit Ideen des Schülers übererfüllt werden können.

Eine Aktivitätsphase ist geprägt durch ein Projekt, das der Schüler verfolgt, bei dem der Lernstoff angewendet werden muss. Es wird ein Gewinn in Aussicht gestellt, wenn das Projekt erfolgreich beendet wird (z.B. ein Fortschritt in der Schullaufbahn, eine positive Bewertung oder eine öffentliche Ehrung). Bei der Bearbeitung des Projekts sollten sich Probleme ergeben, die mit Hilfe des Stoffs gelöst werden müssen, wobei der Lehrer die Aufgabe hat, auf Dummheiten zu achten. Ein Scheitern an einer der Aufgaben führt zum Eintritt in eine passive Phase, ohne dass das Ziel dabei erreicht wurde. Es sollte jedoch nach der passiven Phase die Möglichkeit geben die Aufgabe gestärkt anzugehen und so das Ziel Schritt für Schritt letztendlich zu erreichen.

Besonders intelligente oder motivierte Schüler haben den Vorteil mit weniger Phasen oder kürzeren Phasen das Ziel zu erreichen, letztendlich haben jedoch alle Schüler die gleiche Kompetenz erworben auf die bei weiteren „Lernabenteuern“ aufgebaut werden kann.

 
 
 
     
 
kige/kige_bei_lernvorgaengen.txt · Zuletzt geändert: 27.11.2016 00:24 (Externe Bearbeitung)